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  • Franziska Hülse

Wie ich zum Makeup Artist wurde

Aktualisiert: Apr 18

Wie ich Make-up Artist wurde - Die ersten Aufträge

Ich habe damals schon angefangen mich viel für Schönheit und Make-up zu interessieren, irgendwann schubste mich meine Mutter in die richtige Richtung und meldete mich einfach an einer staatlichen Kosmetikfachschule an. Dort lernte ich über 3 Jahre lang das volle Spekrum der Beautybranche. Nachdem ich meinen Ausbildungsabschluss in der Tasche hatte, schrieb ich mich für Studienkurse zum Hairdesigner und Make-Up Artist bei der Deutschen POP Akademie in Hannover ein. Nach über zwei Jahren Lernen, wie ich professionell Modelle und Bräute style, durfte ich mich nun ausgebildete Hair und Make-up Artistin nennen.


Aber Was nun? Ich muss ehrlich sein, ich habe lange überlegt den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Der ein oder andere kann mich hier vielleicht verstehen, doch ich Traute mich. Dank meines Ehemanns. Er ist immer wieder der Fels in meiner Brandung der mich ermutigt und mich stärkt in dem was ich tue.

Ich erstellte mir nun also ein eigenes Logo, Flyer, Handouts für meine Bräute, machte Werbung und alles, was noch so dazu gehört. Die erste Homepage erstellte ich mit Hilfe eines sogenannten „Baukastensystems“ von einem der Internetanbieter selbst. Ich wusste damals nicht, ob es auch hier für mich einen Markt geben würde, aber ich wusste, dass ich auch weiterhin alles tun würde, um meine beruflichen Ziele und die ersten Aufträge zu realisieren.


Du brauchst professionalität

Ich bin schon immer der ordentliche und organisierte Typ gewesen. Außerdem war es mir sehr wichtig, dass der erste Eindruck die Professionalität wiedergeben sollte, die der Ernsthaftigkeit meines Start-ups und der Hingabe zu meinem Beruf entspricht. Die Leute sollten sofort merken, dass das kein halbherziger Versuch eines Unternehmertums sein sollte, sondern vom ersten Kontakt bis zur Ausführung des Auftrags professionell war.


Als Make-up Artist brauchst du Ehrgeiz!

Bei allem, was ich an Vorbereitungen für meine Arbeit traf, stellte ich mir immer vor, was ich als potentielle Kundin oder Braut toll oder schlecht finden würde. Ich versetzte mich in die Lage meiner Kunden und Bräute und versuchte meinen Service bis ins Detail auszuarbeiten. Eine kleine Hilfe war für mich, dass ich selber mal eine Braut war und schon wusste worauf Bräute so alles achte und sich für Service Leistungen wünschen.


Ich war und bin es noch: In einem gesunden Maße ehrgeizig. Mein Unternehmen ist mir wichtig, deshalb hege und pflege ich es bis ins letzte Detail. In gesundem Maße bedeutet aber auch: Ausgleich! Neue Ideen kommen oft in der Entspannung oder wenn man ganz neue Erfahrungen macht. Keiner kann dauerhaft gute, kreative Arbeit leisten, wenn er sich zwischendurch nicht regeneriert. Ich versuche mich gesund zu ernähren, versuche viel zu trinken und bewege mich viel. Das alles lässt mich auch ohne Make-up strahlen und gibt mir die Gelassenheit, die ich im Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen für meinen Job und Aufträge wirklich brauche. Schaut nach euch und euren Bedürfnissen! Tut ihr es nicht, wird es sich eines Tages rächen.


Networking

Soziale Medien wie Facebook & Co. gab es zu der Zeit natürlich schon, aber sie wurden, zumindest in Deutschland, eher für private Zwecke genutzt. Mein Networking machte ich über „Instagram“. Dort bin ich auch heute noch präsent. Hier fand ich nicht nur Ausschreibungen für die ersten Aufträge, sondern auch viele Dienstleister aus meiner Umgebung, die wichtig für mein Business sind.

Mach dir keine Feinde, sondern Freunde

Der Aufwand, bekannt zu werden, war viel größer, als es heute der Fall wäre. Mit einem Mausklick findet man in jeder Stadt Make-up Artists für fast jedes Budget und mit unterschiedlichen zusätzlichen Angeboten. Das heißt natürlich auch, dass du dich durchsetzen musst, wenn du dich heute in dieser Branche selbstständig machen willst – nicht indem du alle anderen k.o. schlägst, sondern du deiner Zielgruppe bietest, was im Trend ist. Dazu aber später mehr. Im Übrigen schlage ich meine Mitbewerber sowieso nicht k.o., sondern vernetzte mich mit ihnen und Tausche mich mit Ihnen aus. Sollte ich einmal an einem Termin einer Anfrage nicht zusagen können, empfehle ich immer wieder gerne meine Kollegen aus der Umgebung.

Die erste Braut, die mich für Ihr Hochzeits-Make-up beauftragte, war eine Bekannte aus der Familie. Sie frage mich einfach ganz direkt nachdem Ihr mein Vater von mir und meiner Ausbildung erzählte. Meine zweite Braut kam durch die Empfehlung meiner besten Freundin. Sie buchte das komplette Styling Paket, also auch ein Hairstyling und was soll ich sagen, ich habe zwar das Hairstyling gelernt aber mich darin noch nicht so sicher gefühlt. Ich übte Tage lang vor Ihrer Hochzeit die Frisur und wurde immer ein bisschen Sicherer. Wenn Ihr den Text bis hierhin aufmerksam verfolgt habt, fällt euch vielleicht eine Sache auf: Wenn etwas nicht klappte, suchte ich eine Lösung! Aufgeben war keine Option.


Das gleiche geschah mit der Brautfrisur: Um mir die Fähigkeiten nachträglich im ausreichenden Umfang anzueignen, besuchte ich mehrere Seminare zum Thema Brautfrisuren. Ich ließ mich im Stylen und Hochstecken schulen. Ich wollte die Basics erneut erlernen und perfektionieren. Der Output einer qualifizierten, dualen Ausbildung über drei Jahre, die ein Friseur mit Prüfung absolvieren muss, ist natürlich nicht zu vergleichen mit so einem Kurs. Es ging mir darum, dass ich meinen Auftraggebern, ob Braut oder Fotograf, in Zukunft beides, Make-up und Hairstyling, anbieten konnte und mich darin einfach sicher fühle. Im Mai 2021 habe ich dann bei einer der besten Hairstylisten der Welt den Master Class Kurs für verschiedene Hairstylings absolviert.


Mit durchhaltevermögen zum Make-up Artist

Wenn mal etwas nicht klappt, ist das also, wie ihr seht, kein Grund, auf der Stelle die Flinte ins Korn zu werfen, sondern diese Defizite zu kompensieren. Je öfter ihr dies tut, umso mehr wird es euer Leben prägen und umso besser kommt ihr in der Zukunft mit großen oder kleinen Krisen zurecht sowie bei euren Plänen voran. Willensstärke und Durchhaltevermögen kann man auch trainieren, genauso wie einen Muskel.


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